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Bestandsgruppe: Vorläufereinrichtungen der Universität Augsburg


Zu den bedeutendsten Beständen, die das Universitätsarchiv bereits verwahrt, gehören die Unterlagen der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt Lauingen, die 1824 zunächst in Dillingen gegründet, 1841 aber nach Lauingen verlegt wurde, wo sie bis 1954 bestand. Sie war zuständig für die Volksschullehrerausbildung im gesamten Gebiet des heutigen Bayerisch-Schwaben. Mit den im Universitätsarchiv verwahrten Unterlagen, das sind vor allem Schülerverzeichnisse, Notenlisten und Zensurenbögen, kann die Ausbildung aller männlichen Volksschullehrer in Bayerisch-Schwaben seit 1824 dokumentiert werden. Die Ausbildung der Lehrerinnen erfolgte an privaten, in der Regel klösterlichen Lehrerinnenbildungsanstalten. Da die Abschlussprüfungen jedoch an der staatlichen Lehrerbildungsanstalt Lauingen durchgeführt wurden, kann mit den vorhandenen Unterlagen auch die Lehrerinnenbildung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ansatzweise dokumentiert werden. Aus dem Jahr 1937, dem letzten Prüfungsjahr an der Lehrerbildungsanstalt vor dem 2. Weltkrieg, stammen die Prüfungsunterlagen der Schülerinnen der Privaten Lehrerinnenbildungsanstalten Augsburg (Englische Fräulein), Dillingen, Göggingen (St. Maria Stern) und Kaufbeuren (Franziskanerinnen) sowie Ursberg (St. Josephskongregation).

Aufgrund des akuten Lehrermangels in den Jahren unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg wurden sog. Schulhelfer- und Abiturientenlehrgänge eingerichtet, in denen in provisorischen Schnellkursen Volksschullehrer(innen) ausgebildet wurden. Im Universitätsarchiv befinden sich Unterlagen der Lehrgänge in Kaufbeuren und Weißenhorn bzw. Memmingen aus den Jahren 1945-1950.

Die als Nachfolgerin der Lehrerbildungsanstalt Lauingen (1956 als Institut für Lehrerbildung nach Augsburg verlegt) 1958 in Augsburg errichtete Pädagogische Hochschule Augsburg der Universität München wurde 1972 als Erziehungswissenschaftlicher Fachbereich der 1970 gegründeten Universität Augsburg eingegliedert. Dieser Fachbereich ging 1977 in den Philosophischen Fakultäten I und II sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät auf. Die vor kurzem übernommenen Unterlagen des Instituts für Lehrerbildung Lauingen/Augsburg und der Pädagogischen Hochschule Augsburg haben einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Studenten- und Prüfungsakten. Darüber hinaus sind aber auch allgemeine Verwaltungsunterlagen überliefert, die einen genaueren Blick auf die Geschichte und Entwicklung der beiden Einrichtungen, den Lehrkörper sowie die Aktivitäten der Studierenden, insbesondere in den "bewegten" Jahren um 1968 erlauben. Insbesondere mit Aktenabgaben aus der Fachbereichsverwaltung der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät gelangen noch immer Unterlagen des ehemaligen Erziehungswissenschaftlichen Fachbereichs und der in diesem 1972 aufgegangenen Pädagogischen Hochschule Augsburg in das Universitätsarchiv und werden dort den entsprechenden Provenienzen zugeordnet.

Die folgende Übersicht vermittelt einen Eindruck vom Umfang der Bestände:

Bestand

Zahl der Archivalieneinheiten

Umfang in lfm

Erschließungsstand

LBA Lauingen

373

7,4

erschlossen

LBA Lauingen Nachtrag

44

0,8

erschlossen

LBA Weißenhorn

19

0,6

erschlossen

Lehrgänge Kaufbeuren

11

0,4

erschlossen

Institut für Lehrerbildung Augsburg

37

1,2

erschlossen

Institut für Lehrerbildung Weißenhorn

1

<0,2

erschlossen

PH Augsburg

471

19

erschlossen