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Geschichte der Universität Augsburg


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Eine kleine Geschichte der Universität Augsburg    

von Universitätsarchivar Dr. Werner Lengger

Die erste Universität in Bayerisch-Schwaben stand nicht in Augsburg  

Die Universität Augsburg war bei ihrer Gründung 1970 nicht die erste höhere Bildungsstätte im Gebiet des heutigen Bayerisch-Schwaben. Der Initiative des Kemptener Fürstabts Wolfgang von Grünenstein ist die Gründung einer ersten Universität im Reichsstift Ottobeuren im Jahre 1543 zu verdanken ("Academia Ottemburana")[1]. Diese erste Universitätsgründung im östlichen Schwaben, die gemeinsam vom Fürststift Kempten sowie den acht schwäbischen Benediktinerabteien Ottobeuren, Donauwörth, Elchingen, Irsee, Ochsenhausen, Weingarten, Wiblingen und Zwiefalten getragen wurde, entsprang dem Interesse der kirchlichen Obrigkeit, angesichts der um sich greifenden Reformation über eine verlässliche Ausbildungsstätte für den Klerus verfügen zu können. Die von Anfang an bestehenden Probleme werden in der bereits 1544 erfolgten Verlegung in das Kloster Elchingen deutlich. Mit der Verwüstung des Klosters im Zuge des Schmalkaldischen Krieges 1546 ging auch die erste Universität zugrunde. Bereits 1549 gründete jedoch der Augsburger Bischof Otto Truchseß von Waldburg an seinem Residenzort Dillingen ein "Collegium litterarum", das mit päpstlicher und kaiserlicher Bestätigung  1551/53 in den Rang einer Universität erhoben wurde, die 1554 ihre feierliche Eröffnung erlebte.[2] Nachdem zunächst die Dominikaner die Betreuung übernommen hatten, übergab sie der Bischof 1563/64 den Jesuiten. Wie die erste Gründung in Ottobeuren verband sich auch mit der Universität Dillingen die Intention, für die Ausbildung eines rechtgläubigen und qualifizierten Pfarrernachwuchses Sorge zu tragen. Daneben sollte auch dem katholischen Adel Süddeutschlands eine gegenüber den Einflüssen der Reformation abgeschottete Erziehungs- und Bildungsstätte zur Verfügung gestellt werden. In Dillingen bestand zunächst nur eine artistische und eine theologische Fakultät, 1615/29 kam eine juristische Fakultät hinzu. Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden Ansätze für eine medizinisch-chirurgische  Abteilung, die allerdings wohl keine größere Wirkung mehr entfalten konnte. Die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 bedeutete noch nicht das Ende der Universität zu Dillingen; bis zu ihrer endgültigen Aufhebung im Zuge der Säkularisation 1803 unterstand sie der landesherrlichen Verwaltung des Augsburger Fürstbischofs. Seit 1804 wurde die Bildungseinrichtung als nunmehr bayerisches Lyzeum weitergeführt und 1923 in eine Philosophisch-Theologische Hochschule – allerdings ohne Promotions- und Habilitationsrecht – umgewandelt.[3] Mit der Auflösung der Hochschule 1970 endete die über 400 Jahre währende Hochschultradition in der kleinen Stadt an der Donau. Mit der Übertragung der Lehrstühle und der Übernahme der Professoren in die neu gegründete Universität Augsburg entstand eine Traditionslinie von der Universität Dillingen zur neuen Alma Mater am Lech, die angesichts der betont konfessionellen Ausrichtung des ehemaligen Dillinger Instituts freilich innerhalb der Universität Augsburg nicht immer ungeteilte Zustimmung fand.[4]  

Frühe Bestrebungen einer Universitätsgründung in Augsburg  

Wohl nicht mehr als eine Episode stellten die Bestrebungen einiger Honoratioren der Stadt im Jahre 1947 dar, eine katholische Universität in Augsburg zu gründen, die sich an die 1834 als Lyzeum gegründete und nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebte Philosophische Hochschule bei St. Stephan (Bezeichnung seit 1923)[5] anlehnen sollte. Nach dem Bericht eines Teilnehmers der zu diesem Zwecke im dortigen Kloster einberufenen Versammlung war es jedoch gerade der Abt P. Gregor Lang, der solchen Plänen unter Hinweis auf die erfolgreich praktizierte konfessionelle Parität in Augsburg eine klare Ansage erteilte.[6] Bereits kurz darauf, nämlich in den Jahren 1948/49 fanden die Planer für eine Hochschulgründung in Augsburg neue Verbündete in vertriebenen Mitgliedern der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgelösten Deutschen Universität in Prag, die sich sehr interessiert daran zeigten, die Tradition der 1348 gegründeten und damit ältesten Universität im deutschen Sprachraum durch eine Fortführung bzw. Wiederbegründung in Augsburg fortzusetzen.[7] Neben einer vom ehemaligen Dekan der Juristischen Fakultät der Prager Universität, Prof. Dr. Wilhelm Weizsäcker, verfassten "Denkschrift über die Wiedererrichtung der juristischen und philosophischen Fakultät der deutschen Karlsuniversität in Prag in Augsburg"[8], die dem Augsburger Oberbürgermeister Müller überreicht wurde[9], stellten vor allem die vom 31. August bis 4. September 1949 stattfindenden "Augsburger Hochschultage", die der örtliche      Adalbert-Stifter-Verein zusammen mit der Augsburger Akademie veranstaltete, einen öffentlichkeitswirksamen Höhepunkt dieser Bemühungen dar. Allerdings hatten sich die Interessen der ehemaligen Prager Universitätsangehörigen zu diesem Zeitpunkt bereits in Richtung auf eine vierte bayerische Landesuniversität in Regensburg verschoben, so dass die Augsburger Initiatoren für eine schwäbische Universität diesen Verbündeten rasch wieder verloren. Unabhängig von den Bemühungen um eine Universitätsgründung waren bereits 1948 aus Kreisen der CSU-Fraktion im Augsburger Stadtrat sowie der Handwerkskammer Forderungen nach der Errichtung einer Hochschule für Lehrerbildung am Lech laut geworden.[10]  

Auf dem Weg zur Universität Augsburg  

Spätestens um 1960 erhielten die Pläne für eine Universitätsgründung neue Impulse. Auf dem Hintergrund einer entsprechenden Empfehlung des Wissenschaftsrates konzentrierten sich die Bemühungen nun auf die Errichtung einer Medizinischen Akademie in Augsburg, die ein Beschluss des Bayerischen Landtags aus dem Jahre 1962 auch vorsah.[11] Zugunsten einer zweiten Medizinischen Fakultät in München, die nun an der Technischen Universität installiert wurde, gab man dieses Vorhaben vor allem aus Kostengründen jedoch wieder auf. Mitte der 1960er Jahre konzentrierten sich die Bemühungen dann auf die Errichtung einer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule. Getragen und gefördert und zugleich konsequent und engagiert vorangetrieben wurden diese Bemühungen vom "Schwäbischen Hochschulkuratorium", dem namhafte Persönlichkeiten aus dem bayerisch-schwäbischen Raum angehörten.[12] Den Vorsitz dieses Gremiums, dessen Gründungsversammlung am 15. März 1966 in der Leonhardskapelle in der Fuggerei stattfand, übernahm Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött. Aus diesem Kuratorium entwickelte sich schließlich die am 26. Juni 1969 gegründete "Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg".[13] Am 12. Juli 1966, also nur wenige Wochen nach der Gründung des Schwäbischen Hochschulkuratoriums, beschloss der bayerische Landtag die Einführung eines wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiums in Augsburg. Die zunächst noch offene Frage, ob der Studiengang einer anderen Universität als Fakultät angegliedert oder im Zuge einer neu zu gründenden Hochschule errichtet werden solle, entschied sich rasch zugunsten einer eigenständigen Lösung. Der am 4. November 1966 berufene Gründungsausschuss unter Leitung des bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Huber legte am 23. Februar 1968 seine Empfehlungen zu Struktur und Studienprogramm vor. Mit Datum vom 22. Mai 1969 wurde der Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität München, Prof. Dr. Louis Perridon, zum Gründungsbeauftragten bestellt. Im Herbst 1969 brachte die Bayerische Staatsregierung den Entwurf eines Gründungsgesetzes für eine wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Hochschule mit Erweiterungsmöglichkeiten in den Kulturpolitischen Ausschuss zur Beratung ein. Die Beratungen führten schließlich zu dem Ergebnis, dem Landtag die Errichtung der Universität Augsburg vorzuschlagen. Sie sollte zunächst den Lehrbetrieb im Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aufnehmen, weitere Fachbereiche sollten angegliedert werden. Das vom Landtag auf dieser Grundlage am 18. Dezember 1969 beschlossene Gesetz trat am 1. Januar 1970 in Kraft. Dass es 1970 zur Gründung einer Universität in Augsburg kam, lag nicht zuletzt an einer Neuorientierung der bayerischen Hochschulpolitik, die sich eine Regionalisierung des Hochschulwesens mit dem Ziel gleicher Bildungschancen für die Bewohner aller Regierungsbezirke als Ziel setzte. Hinzu kam die in einigen Fächern dringend notwendige Entlastung der alten bayerischen Universitäten durch Neugründungen. Initiierend wirkten ferner Überlegungen zu einer Universitätsreform in der Auseinandersetzung mit den Ideen der studentischen Protestbewegung der späten 60er Jahre.[14] Das Konzept für eine neue Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Hochschule hatte bereits Mitte der 60er Jahre der spätere Augsburger Gründungspräsident Prof. Dr. Louis Perridon erarbeitet und dem Kultusministerium vorgelegt. Dieses Konzept zielte auf ein reformiertes Studium ab, das sich nicht an einer der etablierten bayerischen Universitäten umsetzen ließ, sondern nach einer Neugründung verlangte.[15] Konstitutive Elemente dieses Konzepts waren unter anderem der Unterricht in Kleingruppen sowie die Integration von Ökonomie und Sozialwissenschaften in Forschung und Lehre. Die Gründungsempfehlungen waren darüber hinaus von den Zielen geprägt, die gesellschaftliche Relevanz und Berufsbezogenheit der angebotenen Studiengänge sicherzustellen, die Anwendung der modernsten didaktischen Lehr- und Arbeitsmethoden festzuschreiben und dem Bedürfnis nach dem sog. »ständigen Lernen« durch die Einführung eines Kontaktstudiums entgegenzukommen. Mit dem Ziel einer möglichst hohen Effizienz sollte z. B. eine organisatorische Trennung des Forschungs- und des Lehrbereichs vorgenommen werden; auch die Aufteilung des Senats in sachkompetente und beschließende Präsidialausschüsse sowie die Einführung der Fachgruppen als Ebene unterhalb der Fachbereiche ist in diesem Zusammenhang zu sehen.  Dem sich im Lauf der Planungen für eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Hochschule schon bald abzeichnenden Trend zum Ausbau zu einer Volluniversität kamen Überlegungen zur Integration der Philosophisch-Theologischen Hochschulen sowie der Pädagogischen Hochschulen in die Universitäten in Bayern zugute. Die Notwendigkeit, die überfüllte Münchner Juristenfakultät zu entlasten, und das Konzept für eine reformierte Juristenausbildung, für die sich eine neu gegründete Universität und Fakultät ideal eigneten, trugen das ihre zu dieser für die Universität Augsburg erfreulichen Entwicklung bei. Bereits als sich die Gründung einer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule abzuzeichnen begann, hatten auch in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Dillingen Überlegungen hinsichtlich der eigenen Zukunft eingesetzt. Insbesondere wegen des fehlenden Promotions- und Habilitationsrechts hatte die Dillinger Hochschule an Attraktivität verloren, die Studentenzahl nahm von Semester zu Semester ab. So verwundert es auch nicht, dass die Dillinger Studenten zu den treibenden Kräften für eine Angliederung der Hochschule als Katholisch-Theologische Fakultät an die Universität Augsburg zählten. Nachdem schließlich auch die Bedenken des Heiligen Stuhls gegen die Errichtung einer vierten theologischen Fakultät in Bayern ausgeräumt werden konnten, kam es am 17. September 1970 zum Vertragsabschluss zwischen dem Freistaat Bayern und dem Heiligen Stuhl. Ähnlich wie im Falle der Juristen gründeten die Überlegungen für die Errichtung der Philosophischen Fakultäten insbesondere in der Überlastung der Münchner Universität bei der Ausbildung der Lehrer für die Gymnasien und Realschulen. Mit der Zustimmung des Heiligen Stuhls zur Simultanisierung der nach dem Konkordat von 1924 konfessionell geprägten Pädagogischen Hochschulen stand auch einer Eingliederung der Pädagogischen Hochschule Augsburg in die Universität nichts mehr im Wege. Sie erfolgte durch Gesetz vom 12. Juli 1972.  

Die Anfänge seit 1970  

Nachdem die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden waren, stand der konkrete Aufbau der Universität im Mittelpunkt der Bemühungen. In weniger als neun Monaten die Aufnahme des regulären Studienbetriebs vorzubereiten, war die Aufgabe der Universitätsverwaltung, die seit April 1970 zunächst provisorisch in beengten Räumlichkeiten der Bezirksfinanzdirektion am Fronhof untergebracht war. Zur Unterbringung – zunächst vor allem des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereichs sowie der Universitätsbibliothek – wurden ehemalige Industriegebäude an der Memminger Straße und Eichleitnerstraße angemietet bzw. angekauft. Der Katholisch-Theologische Fachbereich fand im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Göggingen sowie im Dominikanerkloster Heilig Kreuz eine erste Bleibe. Bereits zum 1. Mai 1970 konnten die ersten fünf Lehrstühle des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereichs besetzt werden. Der bisherige Gründungsbeauftragte, Prof. Dr. Louis Perridon, wurde zum 1. August 1970 als Gründungspräsident bestellt. Am  18. August errichtete das Staatsministerium einen Übergangsausschuß als vorläufigen Senat mit beratender Funktion und am 1. Oktober des Jahres wurde in Person von Dr. Dieter Köhler der erste Kanzler der Universität Augsburg ernannt. Es folgte am 16. Oktober 1970 die feierliche Eröffnung der Universität durch den Staatsminister für Unterricht und Kultus. Einen Tag zuvor war auch bereits ein Katholisch-Theologischer Fachbereich errichtet und waren drei Lehrstuhlinhaber berufen worden.[16] Im Sinne einer Präzisierung ist hinzuzufügen, dass die Lehrveranstaltungen des Katholisch-Theologischen Fachbereichs noch bis zum Ende des zweiten Trimesters 1971 in den Gebäuden der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen stattfanden. Erst danach schloss die Hochschule zugunsten des in Augsburg neu errichteten Fachbereichs endgültig ihre Pforten.
Der Lehrbetrieb seit dessen Aufnahme am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich am 12. Oktober 1970 wurde überschattet von Auseinandersetzungen um die innere Struktur der Universität, wie sie sich in der Satzung konkretisierte.[17] Die Frontlinien verliefen dabei teilweise zwischen Universität und Ministerium, teilweise aber auch innerhalb der Universität.[18] Präsident Perridon litt darunter, dass er einerseits Loyalität gegenüber dem Kultusministerium zu üben hatte, gleichzeitig aber als erster Repräsentant der Universität die Interessen der Universität und der mit ihrer Gründung verbundenen Konzeption gegenüber dem Ministerium zu vertreten hatte. Nicht selten fand sich Perridon dabei zwischen allen Stühlen. Eine Klage des wissenschaftlichen Mitarbeiters Feuerstack gegen das Errichtungsgesetz und die ministeriellen Entschließungen zur Organisation der Universität führte bis vor den Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Während sich Gründungspräsident und Übergangsausschuss in den Verhandlungen mit der Staatsregierung hinsichtlich der geplanten Struktur- und Reformelemente weitgehend durchsetzten, entschied sich der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus in der Frage der Zusammensetzung der Kollegialorgane für eine absolute Mehrheit der Professoren und damit gegen die von der Universität favorisierte funktionale Vertretung aller Mitgliedergruppen bei einer nur relativen Mehrheit der Gruppe der Professoren. Die Möglichkeit der verfassten Studentenschaft wurde entgegen den Vorstellungen des Präsidenten nicht vorgesehen. Am 18. Februar 1972 trat die vorläufige Regelung der Verfassung der Universität in Kraft. Mit ihr wurden einige Neuerungen vorweggenommen, die 1973 Eingang in das Bayerische Hochschulgesetz fanden. Manche Kritiker veranlasste dies dazu, in der Universität Augsburg nicht zuletzt ein "Experimentierfeld der bayerischen Hochschulpolitik" zu sehen.[19] In jedem Fall waren die ersten Jahre neben der noch unklaren Rechtsgrundlage dadurch belastet, dass die Gesamtstrukturplanung wie auch die Einzelplanungen nicht vor Eröffnung der Universität  abgeschlossen waren, so dass zusätzlich zur Ausbildung der Studenten auch noch grundlegende Aufbauarbeit zu leisten war, wobei die anzustrebenden Ziele vielfach erst in einem zähen Ringen innerhalb der Universität und mit dem Kultusministerium formuliert werden mussten. In seinem Jahresbericht 1972/73 äußerte der Präsident sogar die Befürchtung, dass eines der Kernelemente der Reform, das Kleingruppenkonzept, wieder aufgegeben werden müsse, weil nahezu an keinem Fachbereich eine adäquate Ausstattung gegeben sei.[20] Zu den bedeutendsten Reformelementen, die mit der Universität Augsburg verbunden waren, zählte die einstufige Ausbildung der Juristen, die nach heftigen und jahrelangen Diskussionen in der Fachwelt  an dem am 8. Oktober 1971 errichteten Juristischen Fachbereich erstmals in der Bundesrepublik eingeführt und deshalb auch als »Augsburger Modell« bekannt wurde. [21] Neu war ferner das unter der Leitung von Psychologen und Verhaltenstherapeuten stehende Beratungszentrum. Auch mit der berufsbegleitenden Fortbildung in Form des universitären Kontaktstudiums als dritter Aufgabe neben der akademischen Lehre und wissenschaftlichen Forschung betrat die Universität Augsburg Neuland. Sowohl hinsichtlich ihrer organisatorischen Gestaltung wie des materiellen Studienkonzepts kam der Universität Augsburg also die Rolle einer Reformhochschule zu. Der Aufbau der Universität fand 1972 mit der relativ problemlosen, weil gut vorbereiteten Angliederung der Pädagogischen Hochschule Augsburg als Erziehungswissenschaftlicher Fachbereich am 1. August und der kurz darauf am 1. Oktober folgenden Errichtung dreier Philosophischer Fachbereiche einen vorläufigen Abschluss.[22] Dabei konnte die Pädagogische Hochschule Augsburg als zentrale Ausbildungsstätte für Volksschullehrer in Schwaben über verschiedene Vorgängerinstitutionen auf eine längere Tradition zurückblicken:[23] Einer Verordnung zur Neuregelung der Ausbildung der Volksschullehrer in Bayern aus den Jahr 1823 folgend, wurde 1824 in Dillingen an der Donau im Gebäude des ehemaligen Bartholomäerstifts ein Schullehrerseminar eingerichtet, in dem alle männlichen katholischen Volksschullehrer zentral für ganz Bayerisch-Schwaben ausgebildet wurden (die Ausbildung der Lehrerinnen erfolgte in verschiedenen klösterlichen Einrichtungen). Aus Platzgründen wurde das Schullehrerseminar 1841 nach Lauingen in das Gebäude des 1802 aufgehobenen Augustinerklosters verlegt. Seit der Zusammenlegung mit der Präparandenanstalt in Lauingen, deren erfolgreicher Abschluss die Bedingung für die Zulassung zum Schullehrerseminar war, zu einer fünf (seit 1912 sechs) Klassen umfassenden Vollanstalt führte dieses die Bezeichung "Lehrerbildungsanstalt". 1935 wurde die Ausbildung der Volksschullehrer an den Lehrerbildungsanstalten abgebrochen und erstmals an die Hochschulen verlagert. Bis 1945 war die Lehrerbildungsanstalt Lauingen eine sechsklassige "Deutsche Oberschule im Aufbau", die sich an die siebte, später an die sechste Volksschulklasse anschloss. Nach einer kurzzeitigen Rückkehr zur seminaristischen Lehrerbildung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bereits ab 1952 die sechste Klasse der Lehrerbildungsanstalt Lauingen als Pädagogischer Lehrgang bzw. dann ab 1954 die Einrichtung als solche als "Institut für Lehrerbildung" gesondert geführt. Am 1. September 1956 erfolgte die Verlegung von Lauingen nach Augsburg. Das Institut für Lehrerbildung beendete seine Tätigkeit am 31. Juli 1958; an seine Stelle trat die Pädagogische Hochschule Augsburg der Universität München, für die in Augsburg-Lechhausen an der Schillstraße neue Gebäude errichtet wurden. Diese wiederum wurde 1972 als Erziehungswissenschaftlicher Fachbereich der 1970 gegründeten Universität Augsburg eingegliedert. Die drei an der Universität Augsburg neu errichteten Philosophischen Fachbereiche sowie der Erziehungswissenschaftliche Fachbereich standen im Zusammenhang mit den Planungen für eine reformierte Lehrerausbildung, zu deren Elementen der Aufbau des Studiums nach Schulstufen, die Berufsbezogenheit mit der dadurch bedingten Betonung fachdidaktischer Studien sowie studienbegleitende Praktika gehörten.[24] Der erste Philosophische Fachbereich umfasste die Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, der zweite die Philologien, der dritte vornehmlich die Kulturwissenschaften (Geographie, Geschichte, musische Fächer). Neben den noch fehlenden Empfehlungen des 1971 unter der Leitung des bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus erstmals tagenden Strukturbeirats für den Aufbau der Fachbereiche sorgten auch eine Reihe von rechtlichen und hochschulpolitischen Problemen für einen schwierigen Start. Die Aufnahme des Lehrbetriebs, der zunächst im Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in der Schillstraße sowie in Nebenräumen der Kongresshalle, im vorläufigen Universitätsgebäude in der Eichleitnerstraße sowie im sog. Glöggler-Hochhaus am Alten Postweg stattfand, erfolgte am 15. Oktober 1973. Nachdem bereits zum 1. Januar 1974 der bisherige Philosophische Fachbereich III in den Philosophischen Fachbereich I integriert worden war, erfolgte auf Grund landesgesetzlicher Vorgaben zum 1. Oktober 1977 die Auflösung des Erziehungswissenschaftlichen Fachbereichs. Die dort bestehenden Lehrstühle und Fachvertretungen wurden in die nunmehr so benannten Philosophischen Fakultäten I und II, in die Katholisch-Theologische Fakultät sowie in das Sportzentrum integriert. Im Zuge dieser Reorganisation erfolgte auch eine Umgliederung der Lehrstühle für Geschichte und Geographie vom Philosophischen Fachbereich I in die Philosophische Fakultät II. Parallel zur Errichtung der Fakultäten verlief der Auf- und Ausbau der zentralen Betriebseinheiten: Besonders unter Zeitdruck stand der Aufbau der Universitätsbibliothek seit April 1970. Im Gegensatz zu anderen Neugründungen stand hier nicht der eigentlich erforderliche zeitliche Vorsprung zur Verfügung. Auf die Bibliothek folgten im April 1971 das Sportzentrum, im Januar 1973 das Rechenzentrum sowie das Hochschuldidaktische Zentrum, im Februar 1973 das Sprachenzentrum und schließlich im Juli 1973 das Zentrum für Studien- und Konfliktberatung. Den Übergang von der unmittelbaren Gründungsphase zur beginnenden Konsolidierung markiert unter anderem die Wahl des Präsidenten nach Ablauf der Amtszeit des Gründungspräsidenten Perridon 1973. Mit denkbar knapper Mehrheit konnte sich der Jurist Prof. Dr. Franz Knöpfle gegen den Amtsinhaber durchsetzen. Manche sahen mit dem Gründungspräsidenten und Hauptrepräsentanten der Reformideen auch einen beträchtlichen Teil eben dieser Reformideen von Bord gehen.[25] Perridon ist dabei sicherlich auch als Opfer der turbulenten Anfangsjahre zu betrachten, dessen Position und Ansehen in den Kämpfen innerhalb der Universität und mit dem Ministerium zerrieben wurde. Mit der vom Strukturbeirat am 23. Oktober 1974 vorgelegten Empfehlung war auch das Konzept für den baulichen Rahmenplan verbunden. Noch am gleichen Tag konnte auf dem zukünftigen Campus im Süden der Stadt der Grundstein für die Neubauten gelegt werden, auf die angesichts der vielen baulichen Provisorien dringend gewartet wurde, da insbesondere kaum Forschungsräume zur Verfügung standen. Der erste Bauabschnitt, der zukünftig die beiden Philosophischen Fachbereiche sowie den Katholisch-Theologischen Fachbereich beherbergen sollte, konnte am 27. Oktober 1977 bezogen werden. 1980 feierte die Universität mit einem Festakt im Stadttheater, wo auch die Gründungsfeier 1970 stattgefunden hatte, den Abschluss der ersten Dekade ihres Bestehens. Das größte Geburtstagsgeschenk war neben der Verleihung eines eigenen Universitätswappens[26]  zweifellos die Bibliothek des Fürstenhauses Oettingen-Wallerstein, die der Freistaat Bayern für die junge Universitätsbibliothek in Augsburg erwarb. Diese konnte damit den größten geschlossenen Zugang einer deutschen Bibliothek seit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts verbuchen. Das zehnjährige Jubiläum bot der Universität jedoch auch Anlass, kritisch eine erste Rückschau zu halten. Zwar befand sie sich in einem kräftigen Aufschwung, was die ständig steigenden Studentenzahlen anbelangt. Doch war den Verantwortlichen auch bewusst, dass nicht alle der ursprünglich vorgesehenen Reformziele verwirklicht werden konnten. Die ehrgeizigen Projekte wie etwa das Kleingruppenkonzept verlangten nach einer gut ausgestatteten Infrastruktur vor allem im Bereich des Lehrpersonals. Eine Verknappung der dem tertiären Bildungssektor zur Verfügung stehenden Mittel, nicht zuletzt aber auch die Konkurrenz durch weitere Universitätsneugründungen in Bayern ließen die Bäume für die Universität Augsburg jedoch nicht in den Himmel wachsen. Inmitten ihres Aufbaus hatte die junge Universität noch keine Reserven, die ihr Umschichtungen ermöglicht hätten, um trotz sinkender staatlicher Mittel selbstgewählte Schwerpunkte setzen zu können. So scheiterte manche wünschenswerte Reformidee schnell an den knappen Ressourcen. Hinzu kam, dass aus der einst angedachten innovativen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Hochschule durch die Integration weiterer Fachbereiche doch weitgehend eine "normale" Universität geworden war, was nicht wenige Mitglieder des Lehrkörpers begrüßten. Im Gegensatz zur Abwahl des Gründungspräsidenten Perridon im Jahre 1973 war nun auch der 1979 erfolgte Amtswechsel zum neu gewählten Präsidenten, dem Juristen Prof. Dr. Karl Matthias Meessen, bereits ein Stück Normalität.  

Neubauten und ein neuer Schwerpunkt in den Naturwissenschaften: Die Universität Augsburg in den 80er Jahren  

Die 80er Jahre brachten das endgültige Aus für die Hoffnungen auf eine Medizinische Akademie in Augsburg und – nach dem stürmischen Ausbau der Hochschulen in den 70er Jahren – den Beginn einer lang anhaltenden Krise der öffentlichen Haushalte. Sie brachten aber in der Amtszeit des 1983 gewählten und nach seiner Wiederwahl bis 1991 amtierenden Präsidenten Prof. Dr. Josef Becker, seit 1973 Ordinarius für Neuere und Neueste Geschichte, auch den Auf- und Ausbau eines neuen naturwissenschaftlichen Schwerpunkts an der Universität Augsburg, der sich in der Folgezeit zu einem Vorzeigeobjekt entwickeln sollte, in das der Freistaat Bayern massiv investierte.[27] Ohne dieses Element könne die Universität Augsburg – so die Ansicht der damaligen Hochschulleitung – die strukturpolitischen Aufgaben, die mit zu ihrer Gründung führten, nicht erfüllen.[28] Demgegenüber war der Ausbau der geisteswissenschaftlichen Disziplinen als weitgehend abgeschlossen zu betrachten, wenngleich in verschiedenen Fachgruppen nach wie vor ein dringender Bedarf an der Errichtung neuer oder der Erweiterung bestehender Lehrstühle gesehen wurde (z. B. Römische Provinzialarchäologie, Italianistik, Wirtschafts- und Sozialgeschichte) und einige Fächer (z. B. Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Volkskunde) von den Studierenden regelrecht überrannt wurden. Der Unterricht an der Philosophischen Fakultät I litt stark unter der räumlichen Distanz zwischen den in Lechhausen, also im Nordosten Augsburgs gelegenen Lehr- und Sportstätten und dem Campus im Süden der Stadt. Während das neue Sportzentrum auf dem Campusgelände immerhin am 1. November 1993 in Betrieb genommen werden konnte, waren die in den 80er Jahren einsetzenden Überlegungen, in dem zur Renovierung anstehenden ehemaligen Kurhaustheater im Augsburger Stadtteil Göggingen die bislang im ehemaligen Gebäude der Pädagogischen Hochschule an der Schillstraße untergebrachten Fächer Kunsterziehung und Musikerziehung in Form eines Zentrums für Kunst und Musik in der Nähe des Campus zusammenzuführen, letztlich zum Scheitern verurteilt.[29] Die Mittel für die Hochschulen in Bayern flossen nun schwerpunktmäßig in die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer. Die Universität Augsburg konnte mit der Errichtung des Faches Physik am Ende der 80er Jahre von dieser neuen Schwerpunktsetzung profitieren. Unterdessen überschritt sie mit über 10000 Studierenden im Jahr 1988 ihr Ausbauziel von 8000 Studenten deutlich, nachdem bereits 1981 5000 Immatrikulierte gezählt worden waren. Die dafür notwendige Infrastruktur für Lehre, Forschung und Verwaltung verharrte demgegenüber nach wie vor weitgehend auf dem Stand der Gründungsjahre und entsprach insbesondere nicht den Vorgaben des Strukturbeirats. Sowohl im wissenschaftlichen wie im nichtwissenschaftlichen Bereich erreichten die tatsächlichen Stellenzahlen nur etwa die Hälfte der nach den Empfehlungen notwendigen Größenordnungen. Insbesondere an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zeichnete sich eine katastrophale Raum- und Personalknappheit ab – mit negativen Folgen für das Augsburger Reformkonzept, das unter dem Druck der Verhältnisse immer stärker litt. Innovative Lehrkonzepte, die mit den ursprünglichen 190 Studierenden, die sich auf 14 Kleingruppen verteilten, noch möglich waren, mussten vor einer Masse von mehreren tausend Studenten einfach kapitulieren. Die Studentenproteste zu Jahresbeginn 1989 richteten sich aber auch gegen eine andere Verwässerung des Gründungskonzepts, die bloß additive Integration von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Stattdessen forderten sie die Rückkehr zu einer verstärkten Integration im Sinne eines interdisziplinären Studiums. Insgesamt geriet die Universität Augsburg in Gefahr, im Kampf mit den bayerischen Universitätsneugründungen in Bamberg, Bayreuth und Passau um Finanzmittel des Staates vorschnell zu den alten Universitäten gezählt zu werden und damit beim weiteren Ausbau zurückstehen zu müssen. Die Hochschulleitung wurde demgegenüber nicht müde, immer wieder die in Augsburg auch nach zehn Jahren noch bestehenden Ausbaudefizite anzumahnen, nachdem offensichtlich geworden war, dass sich die Hoffnungen der Politik, die Überlast der Hochschulen werde sich von selbst abbauen, nicht erfüllen würden. Im Winter 1989 führte die bestehende Überlastung der Universität mit den entsprechenden Folgen für Lehrende und Studierende zu einem Veranstaltungsboykott der Studenten. In seinem Jahresbericht warnte der Präsident Prof. Dr. Josef Becker davor, dass die Hochschulen in eine Krisensituation ähnlich wie in den späten 60er Jahren geraten könnten.[30] Nachdem der damalige Präsident Knöpfle bereits 1976 die Errichtung eines Naturwissenschaftlichen Fachbereichs als nächstes großes Ausbauziel und wichtigen Schritt hin zu einer Volluniversität in den Blick genommen hatte, die 1978 auch Eingang in den Entwicklungsplan der Universität fand, wurde am Ende der 70er Jahre der Aufbau eines naturwissenschaftlichen Studienangebots, zunächst beschränkt auf Mathematik und Physik sowie die bereits vorhandene Geographie, konkret geplant. Eine entsprechende Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 1979 wurde dabei rasch umgesetzt und bereits am 1. Oktober 1981 die Naturwissenschaftliche Fakultät errichtet. Die mit einiger Verzögerung erst zum 1. Januar 1984 erfolgte Ausgliederung der Geographie in die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät bedeutete für die Philosophische Fakultät II die Wandlung zur kulturwissenschaftlichen Fakultät philologisch-historisch-ästhetischer Prägung. Obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt angedacht, erfolgte die folgerichtige Umbenennung in "Philologisch-Historische Fakultät" erst knapp 20 Jahre später. Mit der Zustimmung des Wissenschaftsrates zum Aufbau des Fachs Angewandte Physik war es nach rund fünfjährigen intensiven Bemühungen gelungen, die Voraussetzungen für ein Kernfach der Naturwissenschaften zu schaffen. Mit dieser neuen Schwerpunktsetzung verbanden die Befürworter die Vorstellung, über den Status einer wirtschafts-, sozial- und geisteswissenschaftlichen "Rumpfuniversität" hinauszukommen und endlich über ein starkes Standbein in den angewandten Naturwissenschaften zu verfügen, die man als unerlässliche Ergänzung des Fächerspektrums ansah. Voraussetzung für die Realisierung war gewesen, dass das ursprüngliche Konzept einer engen Verzahnung von physikalischer und wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildung zugunsten einer konsequenten Anwendungsorientierung abgeändert wurde, die auch auf die Zustimmung und Unterstützung der Augsburger und schwäbischen Wirtschaft stieß. Der Studiengang Physik konnte schließlich zu Beginn des Wintersemesters 1989/90 eröffnet werden. Nachdem bereits in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens einige der für die Universität Augsburg kennzeichnenden Reformelemente den knappen Ressourcen zum Opfer gefallen waren, kam 1984 auch das Aus für die einstufige Juristenausbildung, die einst als "Augsburger Modell" Furore gemacht hatte.[31] Trotz der nachweisbaren Vorteile und durchweg positiven Bewertungen dieses Ausbildungsmodells, das unter anderem zu deutlich schnelleren Studienabschlüssen geführt hatte, kehrte der Gesetzgeber mit der Neufassung des Deutschen Richtergesetzes, das nach dem Auslaufen der Erprobungsphase eine bundeseinheitliche Regelung der Juristenausbildung unter dem Leitbild des "Einheitsjuristen" vorsah, zur alten zweiphasigen Form zurück, nach der die angehenden Juristen in Augsburg ab dem Wintersemester 1984/85 ausgebildet wurden. Die Juristische Fakultät, die vehement für den Fortbestand der einphasigen Ausbildung eingetreten war, verlor damit zweifellos ein wichtiges Stück Identität.[32] Während die Naturwissenschaftliche Fakultät zunächst noch am Standort "Alte Universität" untergebracht werden mußte, feierte man auf dem Campus in rascher Folge die Eröffnung neuer Gebäude: die Mensa am 9. Mai 1983, das Rektoratsgebäude am 7. November 1984 und die Zentralbibliothek am 20. Mai 1985. Im November 1989 konnten dann auch die Neubauten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (Mathematik/Informatik I) sowie des Wiso-Hörsaalzentrums bezogen werden. Neben der Errichtung einer neuen Fakultät brachten die 80er Jahre auch die Gründung zweier interdisziplinärer Institute: 1985 gelang mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch die kanadische Regierung und die Stiftung Volkswagenwerk als Höhepunkt von zehn Jahren Kanada-Forschung die Gründung des Instituts für Kanada-Studien. 1986 wurde das aus einem ebenfalls schon längere Zeit in Augsburg bestehenden Forschungsschwerpunkt "Spanien und Lateinamerika" hervorgegangene Institut für Spanien- und Lateinamerika-Studien aus der Taufe gehoben. Die Philosophische Fakultät I erhielt 1987 ein Institut für Evangelische Theologie, das im Februar 1988 mit den Antrittsvorlesungen der ersten beiden Professoren eröffnet wurde. In die gleiche Zeit fallen die Gründungen mehrerer Stiftungen, die sich seither um die Universität Augsburg in besonderer Weise verdient gemacht haben. Seit 1985 existiert die Augsburger Universitätsstiftung, 1986 folgten zwei Stiftungen des Unternehmers Kurt Bösch, von denen eine insbesondere die Förderung des wissenschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Austauschs zwischen dem Wallis und der Universität Augsburg zum Ziel hat. Ebenfalls aus dem Jahr 1986 datiert die Albert-Leimer-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. 1989 konnte eine weitere langjährige Initiative der Universität realisiert werden: Die an verschiedenen Fakultäten lehrenden Philosophen schlossen sich zu einem fakultäts- und fachübergreifend organisierten Institut für Philosophie zusammen. Die Auswertung der wertvollen  Bestände der Oettingen-Wallerstein-Bibliothek in der Universitätsbibliothek war und ist dagegen eines der Ziele, die sich das am 1. Oktober 1990 mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung gegründete Institut für Europäische Kulturgeschichte gesetzt hat.  

Der sorgenvolle Blick in die Zukunft: die 90er Jahre  

Die Bestimmungen des novellierten Bayerischen Hochschulgesetzes ausnutzend, wechselte die Universität Augsburg gemäß einem Beschluss der Versammlung aus dem Jahr 1990 von der Präsidial- zur Rektoratsverfassung über. Zum ersten Rektor wählte die Versammlung 1991 den Ökonomen Prof. Dr. Reinhard Blum. Bei der anlässlich des 20jährigen Gründungsjubiläums veranstalteten Podiumsdiskussion fielen wie bereits zehn Jahre zuvor bei der Rückschau einige kritische Worte hinsichtlich der Realisierung der mit der Universitätsgründung ursprünglich verbundenen Reformideen.[33] Zugleich schwang in den Aussagen der Diskussionteilnehmer die Sorge beim Blick in die Zukunft mit. Die Universität stand vor dem nur schwer lösbaren Problem, einerseits die geforderten Einsparungen im Bereich des Personalhaushalts zu realisieren, andererseits jedoch im Interesse eines zukunftsweisenden und konkurrenzfähigen Profils in Forschung und Lehre Schwerpunkte zu initiieren und dauerhaft zu sichern. Dabei konnte es jedoch nicht mehr vorrangig darum gehen, immer neue Fächer an der Universität zu etablieren. Ziel musste vielmehr die Konsolidierung des Erreichten sein, was jedoch auch interne Umschichtungen im Sinne einer klaren Profilbildung nicht ausschloss. Weil in diesen Bereichen der Nachholbedarf am größten war, standen der Ausbau der Infrastruktur, Stellenmehrungen beim nichtwissenschaftlichen Personal in Verwaltung, Werkstätten, Labors und Bibliothek sowie der räumliche Ausbau auf dem Campus mit dem Ziel, schließlich alle Fakultäten mit den zugehörigen Abteilungen der Universitätsbibliothek räumlich dort zu vereinen, ganz oben auf der Prioritätenliste. Wie an keiner anderen Universität in Bayern klaffte an der Universität Augsburg die Schere zwischen  der Stagnation der Personalstellen und dem Anstieg der Studentenzahl weit auseinander. Mit einer Unterschriftenliste unterstützten alle Gruppen der Universität 1992 die entsprechende Resolution des Senats an das Staatsministerium. Besonders belastend wirkten die oft überraschend angeordneten  Kürzungen, die alle Planungen stark erschwerten. 1992 musste erstmals in der Geschichte der Universität sogar daraufhin eine bereits beschlossene und in die Weg geleitete Mittelverteilung rückgängig gemacht werden. Um auch trotz knapper Mittel den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden und den weiteren Ausbau der Universität gezielt und effektiv selbst steuern zu können, setzte die Hochschulleitung frühzeitig Planungs- und Entwicklungsbeauftragte in den Fakultäten sowie interne Organisationskommissionen ein. Darüber hinaus wurde ein externes Expertengremium mit der Evaluierung der Organisationsstrukturen der Universität beauftragt, um mögliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.[34] Diese Bemühungen standen unter den Anforderungen der Politik, die bestehenden Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkte darauf zu überprüfen, inwieweit sie noch den aktuellen Anforderungen entsprachen bzw. ob gegebenenfalls Umwidmungen vorgenommen werden könnten. So gerieten etwa die Fachdidaktiken als mögliches Sparpotential ins Visier der Hochschulpolitik. Nicht zuletzt im Hinblick darauf, dass diese Fächer zu den typischen Strukturmerkmalen und zugleich zu den wenigen verbliebenen Reformelementen an der Universität Augsburg gehörten, setzte sich die Universität in einer solidarischen Aktion von Fachwissenschaften und –didaktiken erfolgreich gegen diese Pläne zur Wehr. Die weiter drängenden Probleme wie die kaum gemilderte Überlast – in Augsburg teilten sich nun schon über Jahre hinweg 14000-15000 Studierende rund 7000 ausgebaute Studienplätze – und fortgesetzte Stellenreduzierungen traten um die Mitte der 90er Jahre ganz in den Schatten der intensiven inneruniversitären Diskussion über die Hochschulreformpläne der bayerischen Staatsregierung. Während dabei einzelne Reformelemente wie etwa die Erweiterung der Eigenverantwortung und Autonomie der Hochschule auf breite Zustimmung stießen, waren sich nahezu alle an der Universität vertretenen Gruppen in der Ablehnung der vorgesehenen Einführung eines Hochschulrats einig, der sich aus nicht der Universität angehörenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammensetzen sollte. Die Kritiker befürchteten unter anderem eine massive Einschränkung der inneruniversitären Demokratie, auch fehle diesem Gremium die hochschuldemokratische Legitimation. Schließlich wurde vor einer einseitigen Ausrichtung der Universität auf die Interessen der Wirtschaft, die nach dem vorgelegten Modell auch Vertreter in die Hochschulräte entsenden sollte, gewarnt. In der ebenfalls geplanten Erhebung von Studiengebühren sah der Senat kein geeignetes Mittel, das Problem vergleichsweise zu langer Studienzeiten zu lösen. Die negativen Folgen von Studiengebühren für Gaststudierende zeigten sich bereits 1994, als die Teilnehmerzahlen im Kontaktstudium Management – immerhin eines der Aushängeschilder der Universität – auf ein Drittel zurückgingen. Die Kontaktstudiengänge für Lehrer und für Erwachsenenbildung mussten sogar völlig gestrichen werden.[35] Eine wichtige Weichenstellung für die weitere Entwicklung der Physik, die nun immer mehr zu einem Aushängeschild der Universität aufgebaut wurde, erfolgte 1993 durch das positive Votum des Wissenschaftsrats für die Erweiterung in Richtung eines Forschungsschwerpunktes "Elektronische Korrelationen und Magnetismus". Die beiden Bauabschnitte des Neubaus für das Physik-Institut konnten nach der Grundsteinlegung am 10. Juni 1994 bereits am 15. Juli 1996 und 10. September 1998 eröffnet werden. Der zweite Bauabschnitt umfasste auch einen Hörsaaltrakt und die Physik-Teilbibliothek. Mit der Zuweisung eines Lehrstuhls für Festkörperchemie im Frühjahr 1997 konnte die Chemieausbildung im Rahmen des Diplomstudiengangs Physik schließlich vollständig in Augsburg durchgeführt werden, während in diesem Bereich bislang eine Kooperation mit der Universität Ulm erforderlich war. Mit den beachtlichen Investitionen in den Aufbau der Physik, die nicht unter den allgemeinen Sparmaßnahmen litten, unterschied sich die Situation in Augsburg von der der meisten anderen Universitäten, wo kaum noch größere Investitionen getätigt wurden. Das 1996 an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät errichtete Institut für Informatik – das dritte nach Mathematik und Physik – fasste die bestehenden Informatik-Lehrstühle und –Professuren zusammen. In der Folge kam es bereits am 30. April 1997 zur Gründung eines fakultätsübergreifenden Instituts für interdisziplinäre Informatik mit der Zielvorgabe, das Informatikpotential an der Universität Augsburg über die Fach- und Fakultätsgrenzen hinweg zu bündeln und fortzuentwickeln. Erste große Erfolge konnte die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät 1997 mit der Einrichtung eines Graduiertenkollegs "Nichtlineare Probleme in Analysis, Geometrie und Physik" und des ersten Sonderforschungsbereichs "Mathematische Modellierung, Simulation und Verifikation in materialorientierten Prozessen und intelligenten Systemen" – des ersten Sonderforschungsbereichs an der Universität Augsburg – feiern. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zeichnet sich auch das 1996 beschlossene Institut für Gesundheitsökonomie  und öffentliche Gesundheit aus, das – als erstes "An-Institut" in der Augsburger Universitätsgeschichte mit einem externen Förderverein als Träger – zur Erweiterung des bereits vorhandenen Schwerpunkts Gesundheitsökonomie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät dienen sollte. Eine erfolgreiche Initiative der Philosophischen Fakultät I führte zur Gründung eines Zentralinstituts für didaktische Forschung und Lehre, dem insbesondere die Förderung der didaktischen Forschung und der fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit der beteiligten Fächer aufgetragen wurde. Mit diesem Institut verband sich zugleich die Hoffnung, trotz der vorgesehenen Streichungen im Zuge der Hochschulreform den Charakter der Universität Augsburg als Reformuniversität insbesondere im Bereich der Konzepte der Lehre unterstreichen zu können. Gegenüber dem zügigen Ausbau der Naturwissenschaften erlebte die Katholisch-Theologische Fakultät einen allmählichen Schrumpfungsprozess. Zurückgehende Studentenzahlen vor allem im Bereich des Diplomstudiengangs führten zu einer Verringerung der Lehrstühle und Professuren von ursprünglich 19 auf 14 im Studienjahr 1996/97. Die eingezogenen Stellen wurden dem Auf- und Ausbau anderer Fächer wie etwa der Physik gewidmet. Die aus München nach Augsburg dringende Nachricht, dass entgegen fester Zusagen mit dem Baubeginn für die Gebäude der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen und der Juristischen Fakultät 1991/92 nun doch nicht gerechnet werden könne, führte nicht zuletzt angesichts neuer Rekordzahlen bei den Neuimmatrikulationen (3415) und insgesamt nunmehr 12700 Studenten zu massiven Protestaktionen der Studenten, in  deren Mittelpunkt ein einwöchiger Streik im Januar 1991 stand. Dabei waren von der Überlast nunmehr auch die Lehramtsstudiengänge massiv betroffen. Vorlesungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, die bei einer Kapazität von rund 2300 Studienplätzen 4800 Studierende zählte und damit zu den zehn größten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Bundesrepublik gehörte, mussten sogar in die Schwabenhalle auf dem Messegelände verlegt werden, um allen Studenten die Teilnahme zu ermöglichen. Die Versammlung der Universität solidarisierte sich in einer Resolution an das Ministerium  mit den Studenten und warnte vor einer fundamentalen Krise ähnlich der der späten 60er Jahre, wenn die Ausstattung in den Bereichen Lehre, Forschung und Infrastruktur nicht adäquat an die Anforderungen angepasst werde. Höhepunkt des Streiks war eine drei Kilometer lange Menschenkette zwischen Alter und Neuer Universität, in die sich demonstrativ auch der Präsident einreihte. Rechtzeitig zum 25-jährigen Gründungsjubiläum der Universität konnte dann jedoch am 23. November 1995 mit dem Bezug des neuen Gebäudes der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ein langjähriges Provisorium beendet werden, um dessen Überwindung über ein Jahrzehnt hart gerungen worden war.[36] Mit einer ursprünglich nicht geplanten Verzögerung von rund vier Jahren zogen schließlich auch die Juristen von ihrem bisherigen Standort in der Eichleitnerstraße im Juli 1999 auf den Campus um. Der am 28. Februar 1996 verabschiedete neue Entwicklungsplan der Universität formulierte an prominenter Stelle das Ziel, bestehende wissenschaftliche Aktivitäten zur Umweltthematik zu koordinieren und weiter zu fördern.[37] Aufbauend auf den bereits bestehenden Schwerpunkten Umweltrecht und Umweltökonomie sollte insbesondere nun auch die Physik mit der Ausrichtung auf Materialwissenschaft und Recycling einbezogen werden. Im Zusammenhang mit der Verlegung des Landesamtes für Umweltschutz nach Augsburg in die unmittelbare Nähe des Campus war Augsburg nach den Vorstellungen der bayerischen Staatsregierung dafür vorgesehen, zu einem Kompetenzzentrum für Umwelttechnik und neue Materialien zu avancieren. Neben der Einrichtung eines seit längerer Zeit als dringend nötig erachteten Akademischen Auslandsamtes im Bereich der Infrastruktur sah der Entwicklungsplan die Erweiterung von Forschung und Lehre in Richtung auf Innovations- und Technologie-Management sowie die Abrundung der Physik durch das Fach Chemie mit der Ausrichtung auf Materialwissenschaft und Recycling vor. Eine der nunmehr immer weniger werdenden Akzentsetzungen im Bereich der Geisteswissenschaften erfolgte im Rahmen der Planungen zur Stärkung des Instituts für Europäische Kulturgeschichte durch die Einrichtung eines gleichnamigen Lehrstuhls, an dem seit dem Wintersemester 2001/2002 erstmals in Deutschland ein B.A.-Studiengang "Europäische Kulturgeschichte" angeboten wird. Mit erklärten Schwerpunkten wie Material- und Umweltforschung, Elektronische Korrelation und Magnetismus, Angewandte Informatik, Lehrerbildung und Europäische Kulturgeschichte ging die Universität Augsburg unter ihrem neuen Rektor, dem 1999 gewählten Juristen Prof. Dr. Wilfried Bottke, ins neue Jahrtausend.      

 

[1] Friedrich Zoepfl, Geschichte der ehemaligen Universität Ottobeuen, in: Archiv für die Geschichte des Hochstifts Augsburg, Band 5, Dillingen 1916-1919, S. 517-562; Ders., Kloster Ottobeuren und der Humanismus, in: Aegidius Kolb/Hermann Tüchle (Hg.), Ottobeuren. Festschrift zur 1200-Jahrfeier der Abtei, Augsburg 1964 S. 187-267. Vgl. dazu auch den Überblick über die schwäbische Universitätsgeschichte sowie die Anfänge der Universität Augsburg im Jahresbericht des Präsidenten der Universität Augsburg 1970-1972, S. 39-56.
[2] Noch immer grundlegend zur Geschichte der Universität Dillingen: Thomas Specht, Geschichte der ehemaligen Universität Dillingen (1549-1804) und der mit ihr verbundenen Lehr- und Erziehungsanstalten, Freiburg i. Br. 1902. Siehe nun auch Herbert Immenkötter, Universität im ‚schwäbischen Rom’ – ein Zentrum katholischer Konfessionsbildung, in: Die Universität Dillingen und ihre Nachfolger. Stationen und Aspekte einer Hochschule in Schwaben. Festschrift zum 450jährigen Gründungsjubiläum, hg. von Rolf Kießling (Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 100), Dillingen/Donau 1999, S. 43-77 und Herbert Rösch, Entwicklungsfaktoren im 17./18. Jahrhundert und die Auseinandersetzung mit der Aufklärung, in: ebd., S. 79-128.
[3] Vgl. dazu Rainer A. Müller, Lyzeum und Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen im Kontext des bayerischen Hochschulwesens (1804-1939), in: Die Universität Dillingen und ihre Nachfolger. Stationen und Aspekte einer Hochschule in Schwaben. Festschrift zum 450jährigen Gründungsjubiläum, hg. von Rolf Kießling (Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 100), Dillingen/Donau 1999, S. 129-166.
[4] Vgl. dazu Pankraz Fried, Ostschwäbische Hochschultraditionen. Die Universität Dillingen – Lyceen – Gymnasien, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 36-58.  Zur Frage der Tradition siehe auch: Ders., Universitäts- und Bildungsgeschichte in Schwaben – im Jahr 2000: 450 Jahre Universität Augsburg?, in: Ders. (Hg.), Jahrbuch für schwäbische Geschichte 1995. Beiträge und Berichte (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 6), Sigmaringen 1996, S. 189-194; ders.,  Die Universität Augsburg und die schwäbische Hochschultradition, in: Die Universität Dillingen und ihre Nachfolger. Stationen und Aspekte einer Hochschule in Schwaben. Festschrift zum 450jährigen Gründungsjubiläum, hg. von Rolf Kießling (Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 100), Dillingen/Donau 1999, S. 167-174. Eine Nachfolge über die Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen konstatiert aus juristischer Sicht auch Andreas Reich, Bayerisches Hochschulgesetz. Kommentar, Bad Honnef 19802, S. 13f.
[5] Vgl. dazu P. Johannes Lettner, Die philosophische Hochschule bei St. Stephan in Augsburg, in: Stephania 42 (1970), S. 16-23
[6] Vgl. dazu Josef Becker /Robert Pfaud, Eine katholische Universität für Augsburg?, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1984, Augsburg 1985, S. 48-51.
[7] Vgl. dazu Manfred Bossow/Klaus Peter Prem, Eine Karlsuniversität für Augsburg?, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1986, Augsburg 1987, S. 29-37.
[8] Universitätsarchiv Augsburg, Dokumentation zur Geschichte der Universität Augsburg 3 (Kopie der Denkschrift).
[9] Vgl. dazu den Artikel "Augsburg soll Universitätsstadt werden" in der Schwäbischen Landeszeitung Nr. 4 vom 10.01.1949, S. 8.
[10] Vgl. dazu die Artikel in der Schwäbischen Landeszeitung Nr. 81 vom 27.09.1948 und Nr. 110 vom 03.12.1948.
[11] Für die Vor- und Gründungs-Geschichte der Universität Augsburg siehe insbesondere: Jahresbericht des Präsidenten der Universität Augsburg 1970-1972, Augsburg 1973, S. 13-56; Dieter Köhler, Die Entwicklung der Universität Augsburg, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 59-68; Ludwig Huber, Konzeption und Gründungsphase der Universität Augsburg, in: Hochschulpolitik und Wissenschaftskonzeptionen bei der Gründung der Universität Augsburg. Ansprachen anläßlich der Feier des 65. Geburtstages des Augsburger Gründungspräsidenten Prof. Dr. Louis Perridon (Augsburger Universitätsreden 3), Augsburg 1984, S. 3-14; Karl Böck, Die Gründung der Universität Augsburg, in: Was nicht in den Akten steht ... Für Ludwig Huber zum 65. Geburtstag, hg. von Karl Böck, München 1996, S. 115-132.
[12] Die Bezeichnung lautete gemäß den anfänglichen Planungen für eine Medizinische Akademie zunächst "Kuratorium Medizinische Akademie (Fakultät) Augsburg".
[13] Vgl. dazu Erwin Salzmann, 10 Jahre Universität Augsburg – 10 Jahre Universitätsfreunde, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 28-35.
[14] Vgl. dazu die Ansprache des Präsidenten der Universität Augsburg, Prof. Dr. Josef Becker, anlässlich der 20-Jahr-Feier der Universität (abgedruckt in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1990, Augsburg 1991, S. 21-25, hier S. 22f.)
[15] Vgl. dazu Louis Perridon, Die WISO-Fakultät: Träume und Wirklichkeit, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 175-185.
[16] Vgl. dazu Hermann Lais, Die Gründungsgeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 156-174; Jahresbericht 1970-1972, S. 24; Müller, Lyzeum, S. 161.
[17] Vgl. dazu Max Weinkamm, Zehn Jahre Universität Augsburg – Gedanken und Erinnerungen eines "Gründungsstudenten", in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 123-155.
[18] Als ein Beispiel sei hier die öffentlich ausgetragene Kontroverse zwischen dem Juristen Prof. Dr. Buchner und Präsident Perridon genannt. Der diesbezügliche Briefwechsel ist abgedruckt in Unipress 6/1972, S. 2-8.
[19] Roland Götz, Die Revision des WISO-Grundstudiums. Zweiter Teil, in: Unipress 4/1972, S. 5f., 14, hier S. 5.
[20] Jahresbericht des Präsidenten der Universität Augsburg 1972/73, o. O. 1973, S. 12.
[21] Zur Frühgeschichte der Juristischen Fakultät siehe Hans Schlosser, Geschichte und Wirken der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 186-196. Zum »Augsburger Modell« siehe Engelbert Niebler, Die Entstehung des Augsburger Modells der Juristenausbildung, in: Die Augsburger Juristenausbildung, hg. von der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, Augsburg 1980, S. 20-30.
[22] Vgl. dazu Hermann Oblinger, Entstehung und Entwicklung der Philosophischen Fakultät I, in: Universität Augsburg 1970-1980. Zum zehnjährigen Bestehen der Universität Augsburg hg. von der Universität Augsburg im November 1980, S. 203-209 sowie Gunther Gottlieb, Die Philosophische Fakultät II, ebd., S. 210-222.
[23] Zur Geschichte der Volksschullehrerausbildung in Bayerisch-Schwaben siehe vor allem Max Baur, Die geschichtliche Entwicklung der Lehrerbildung im Regierungsbezirk Schwaben, in: Pädagogische Hochschule Augsburg der Universität München. Festschrift zur Vollendung des Neubaus, Augsburg 1963, S. 11-14; Marianne Mahler, Entwicklung und Struktur der Lehrerbildungsanstalt in Lauingen (1841-1935). Ein Beitrag zur Geschichte der Lehrerbildung in Bayern, Diss. Univ. Bonn 1992; Hermann Oblinger, Geschichte der Lehrer- und Lehrerinnenbildung in Bayerisch-Schwaben vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (Schriftenreihe des Vereins der Freunde und Förderer des Bayerischen Schulmuseums Ichenhausen 5), Ichenhausen 1997.
[24] Siehe dazu: Johannes Hampel, Grundzüge der neuen Lehrerbildung, in: Unipress Oktober 1974, S. 10f., hier S. 10.
[25] Siehe etwa Max Weinkamm, Der Mut des Anfangs musste weichen. Wortmeldung eines Gründungsstudenten, in: Unipress 1/1991, S. 56f., hier S. 56.
[26] Es zeigt in der einen Hälfte drei übereinander stehende schwarze Löwen, die an das einstige Herzogtum Schwaben erinnern und die Verbundenheit der Universität mit dem schwäbischen Umland demonstrieren sollen. Die andere Hälfte zeigt das Augsburger Stadtwappen, die Zirbelnuss, vor den Farben weiß und silber, dem Emblem des Bistums und ehemaligen Hochstifts Augsburg. Siehe dazu Pankraz Fried, Der Kampf um den Dillinger Hammer oder: Wie das Augsburger Universitätswappen entstand und was es bedeutet, in: Unipress 4/1982, S. 29f.
[27] Zur Entwicklung der Universität nach 1980 siehe insbesondere Klaus Peter Prem, 20 Jahre Universität Augsburg – ein geschichtlicher Rückblick, in: 20 Jahre Universität Augsburg. Fest- und Programm-Broschüre, hg. von der Universität Augsburg, S. 8-15.
[28] Josef Becker, Jahresbericht des Präsidenten, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1987, Augsburg 1988, S. 11-15, hier S. 12.
[29] Zu den Planungen siehe Irene de Monte, Gögginger Kurhaustheater – ein musisches Zentrum?, in: Unipress 1/1985, S. 27.
[30] Josef Becker, Jahresbericht des Präsidenten, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1988, Augsburg 1989, S. 11-15, hier S. 11.
31] Zum Ende der einstufigen Juristanausbildung vgl. Reiner Schmidt u. a., Juristenausbildung – jetzt wie einst, in: Unipress 3/1984, S. 9-14.
[32] Siehe dazu: 25 Jahre Juristenausbildung an der Universität Augsburg. Ein Gespräch mit Dekan Prof. Dr. Herbert Buchner über Geschichte und Zukunftsperspektiven der Augsburger Rechtsfakultät, in: Unipress 1/1997, S. 29f.
[33] Siehe dazu den Bericht über die Podiumsdiskussion: Happy birthday? Universität Augsburg – gestern, heute, morgen, in: Unipress 4/1990, S. 55-59.
[34] Siehe dazu: Reinhard Blum, Die Universität Augsburg im Akademischen Jahr 1993/94, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1993/94, Augsburg 1995, S. 9-34, hier S. 13.
[35] Reinhard Blum, Die Universität Augsburg im Akademischen Jahr 1993/94, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1993/94, Augsburg 1995, S. 9-34, hier S. 20.
[36] Siehe dazu: Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg. Festschrift zum 25jährigen Bestehen und zum Einzug ins neue Gebäude im Herbst 1995, hg. von Hans Albrecht Hartmann, Augsburg 1996.
[37] Zum Entwicklungsplan siehe Reinhard Blum, Die Universität Augsburg im Akademischen Jahr 1995/96, in: Jahrbuch der Universität Augsburg 1995/96, Augsburg 1997, S. 11-33, hier S. 15-17.